„Hat der Einzelhandel in Oftersheim eine Überlebenschance“

CDU-Auftaktveranstaltung zur Kommunalwahl 201
„Hat der Einzelhandel in Oftersheim eine Überlebenschance“
Im Rahmen der Auftaktveranstaltung zur Kommunalwahl 2019, lud die CDU Oftersheim am
14.3.2019 ihre Mitglieder und interessierte Bürger zur Thematik „Hat der Einzelhandel in
Oftersheim eine Überlebenschance?“ ein. Annette Dietl-Faude begrüßte die Anwesenden,
allen voran den Referenten Swen Rubel, Geschäftsführer des Handelsverbands Nordbaden,
und als Moderator der Veranstaltung, Bernd Kappenstein.
In ihrer kurzen Einführung nannte Annette Dietl-Faude einige Zahlen und Informationen.
Bereits 1898 erfolgte die Gründung des Gewerbevereins Oftersheim. 2008 wurde das Projekt
„Einzelhandelskonzept Oftersheim“ mit einer umfangreichen Befragung aller ortsansässigen
Betriebe durch die Immakom Akademie durchgeführt, um Hinweise und
Handlungsempfehlungen zur künftigen Entwicklung des Einzelhandels in Oftersheim zu
erhalten. 2009 fand erstmals der Wochenmarkt auch im Wohngebiet Nord-West statt. Im Jahr
2015 erfolgte nach 117 Jahren Vereinsgeschichte die Auflösung des Gewerbevereins
Oftersheim. Aktuell liegt der Verwaltung eine neue Einzelhandelsstudie vor, die dem
Gemeinderat in Kürze vorgestellt werden soll.
Bernd Kappenstein stellte den Referenten Herrn Sven Rubel vor und führte mit dem
indianischen Spruch: „Willst du vorankommen, gehe allein. Willst du weit kommen, gehe
gemeinsam.“ in die Veranstaltung ein. Als Ziele nannte er als erstes die Analyse des Ist-
Zustandes sowie Handlungsvorschläge, um die Situation vor Ort gemeinsam mit Verwaltung
und Gewerbetreibenden verbessern zu können.
Sven Rubel erläuterte in seinem Vortrag wesentliche Fakten und Probleme. So stehen derzeit
im Einzelhandel in Deutschland 1,44 qm Verkaufsfläche je Einwohner zur Verfügung. Durch
ein geringes Preisniveau in Deutschland, im Vergleich zu den restlichen EU-Staaten, entsteht
ein sehr hoher Wettbewerbsdruck. Im Onlinehandel liegen derzeit die Wachstumsraten bei
10%. Generell ist die Kundenfrequenz in den Innenstädten sinkend. Große Schwierigkeiten
bereitet der Generationswechsel inhabergeführter Unternehmen. Die Nähe zu den
Oberzentren Mannheim und Heidelberg lässt die Kaufkraft dorthin abfließen, die mit 106,7
über dem deutschen Durchschnittswert von 100 liegt.
Eine Gegenmaßnahme sei die Möglichkeit einer innerstädtischen Verdichtung zu
„Kaufzentren“. Diese sollen auf zentraler Fläche ein möglichst differenziertes
Einzelhandelsangebot anbieten und mit einem gewissen Ambiente und ansprechender
Gestaltung, auch des Umfeldes, den Kunden gewinnen.
Es lässt sich also feststellen, dass die Kaufkraft in Oftersheim ausreichend ist, aber dass nur
jeder 3. Euro davon in Oftersheim im Einzelhandel ausgegeben wird.
Im Anschluss an den Vortrag fand eine rege Gesprächsrunde statt. Einige Teilnehmer sahen
die Bemühungen skeptisch, durch Verschönern des Umfeldes mit Bepflanzungen oder
Pflasterungen mehr Kunden zu binden. Gewerbetreibende unter den Teilnehmern führten u.a.
eine überbordende Bürokratie für den Einzelhandel als Hindernisgrund an, in neue
Unternehmen zu investieren. Wichtig ist es aber, die Einwohner vor Ort zu sensibilisieren den

Einzelhandel in Oftersheim zu unterstützen. Neben der Beratung findet in den
Einzelhandelsgeschäften auch ein sozialer Austausch statt.
Bernd Kappenstein merkte zum Schluss an, dass Handel und Gewerbe einen wichtigen Motor
der Gemeinde bilden. Gemeinsames Vorgehen der Gewerbetreibenden regte er an. Momentan
gibt es hier bereits Bestrebungen seitens des Einzelhandels, wieder einen Marketingverein zu
gründen.
Ulrike Krause

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