CDU Gemeindeverband Oftersheim

100 Prozent Rückenwind für Sturm

CDU-Landtagsabgeordneter Andreas Sturm wieder zum Landtagskandidaten gewählt / Zweitkandidat: Nils Melkus (Schwetzingen)

Reilingen. Mit einem einstimmigen Votum haben die Delegierten der CDU-Verbände im Wahlkreis Schwetzingen den Landtagsabgeordneten Andreas Sturm zu ihrem Kandidaten für die Landtagswahl, die voraussichtlich am 8. März 2026 stattfinden wird, gewählt. Alle 70 abgegebenen gültigen Stimmen entfielen auf den 38-jährigen Gymnasiallehrer aus Neulußheim, der damit eindrucksvoll bestätigt wurde.

Der Landtagsabgeordnete Andreas Sturm während seiner Vorstellungsrede / Foto: Matthias BusseDer Landtagsabgeordnete Andreas Sturm während seiner Vorstellungsrede / Foto: Matthias Busse

Die Nominierungsveranstaltung fand am vergangenen Freitagabend in den Fritz-Mannherz-Hallen in Reilingen statt, für Sturm nicht nur ein politischer, sondern auch ein persönlicher Ort: Seine Großmutter, die anwesend war, ist gebürtige Reilingerin und lebt seit Jahrzehnten in Neulußheim. „Und bis zum heutigen Tag bezieht meine Oma immer noch das Reilinger Ortsblatt“, sagte Sturm lachend. 

In seiner Rede blickte der Christdemokrat auf seine bisherige parlamentarische Arbeit zurück. Dass es 2021 gelungen sei, wieder ein Mandat für die CDU im Wahlkreis Schwetzingen zu erringen, sei „keine Selbstverständlichkeit und nur durch eine große Gemeinschaftsleistung möglich gewesen.“ 

Mit neuen Formaten wie der „AnsprechBar“ (Infoständen in allen Städten und Gemeinden), Grillfesten unter dem Motto „Bratort“ und Bürgersprechstunden, die zu Coronazeiten unter dem Motto „Walk & Talk“ im Freien stattfanden, habe er stets den direkten Draht zu den Menschen. Bei seiner regelmäßig angebotenen Schwerbehindertenberatung mit Experten, die bereits rund 250 Menschen genutzt haben, gehe es ihm darum, echte Hilfe zu leisten. Ob vor Ort oder in seinem gemeinsamen Wahlkreisbüro mit dem Bundestagsabgeordnetem Olav Gutting sieht sich Sturm als verlässlicher und jederzeit verfügbarer Ansprechpartner – für jeden Einzelnen, für Kommunen, Vereine oder Unternehmen. 

Auch im Landtag hat sich Sturm einen Namen gemacht, insbesondere als bildungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Erfolgreich setzte er sich unter anderem für die Rückkehr zu G9 ein. Auch unterstütze er voller Überzeugung das Programm „SprachFit“, das Kindern schon früh sprachliche Förderung sichere. Besonders hervor hob Sturm auch die massive Erhöhung der Mittel zur Schulbausanierung, von 50 Millionen Euro im Jahr 2015 auf 450 Millionen Euro bis 2025. 

Ferner erläuterte Sturm den Themenbereich „Fördermittel“ und unterschied dabei zwischen Projekten, die automatisch laufen, solchen, die er aktiv begleite, und Vorhaben, die er selbst angestoßen habe. Beispielhaft nannte er den Calisthenicspark in Ketsch, den Skaterpark in Hockenheim, die Schwetzinger Festspiele, das Theater am Puls in Schwetzingen (Mittel der Toto-Lotto-Stiftung), die Burg Wersau in Reilingen sowie den Lernort Bauernhof in Altlußheim. 

Inhaltlich ging Sturm mit der deutschen Verwaltungskultur ins Gericht. Statt Probleme zu beklagen, müsse man sie lösen. Aussagen wie „Das ist coronabedingt“ oder „Ich bin nicht zuständig“ wolle er nicht mehr hören – für ihn seien das Ausreden. Er plädierte für einen echten Mentalitätswechsel in Politik und Verwaltung: mehr Dynamik, mehr Pragmatismus, mehr Machen. Fehlerkultur bedeute, aus Rückschlägen zu lernen, so wie es Start-Ups in den USA tun – nicht aufgeben, sondern es besser machen. 

Bei der Inneren Sicherheit ging Sturm unter anderem auf die Rekordzahl an Neueinstellungen bei der Polizei, Grenzkontrollen und die Videoüberwachung in Mannheim ein. 

Zu der Debatte um die Notfallpraxis in Schwetzingen bezog er klar Stellung. Die Verantwortung und Entscheidungsbefugnis liege bei der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), er selbst kämpfe seit Langem für den Erhalt der Praxis. Show-Abstimmungen im Landtag lehne er indes ab, er stehe für eine ehrliche Politik.

Zweitkandidat: Nils Melkus aus Schwetzingen

Als Zweitkandidat wurde mit 97 Prozent Nils Melkus gewählt. Der 30-jährige Volkswirt, der in seiner Heimatstadt CDU-Vorsitzender und Stadtrat ist, ging in seiner Rede auf das Thema Wirtschaft ein. 

„Wir haben in Deutschland den wirtschaftlichen Anschluss verloren. Gerade hat die OECD die Wachstumsprognose auf 0,4 Prozent für 2025 gesenkt. Nur Mexiko weist eine niedrigere Wachstumsprognose auf. Dabei haben wir eine gute wirtschaftliche Substanz mit vielen mittelständischen Unternehmen, die in ihrem Bereich Spitze sind. Wir müssen jetzt die richtigen politischen Rahmenbedingungen setzen. Und die müssen heißen: bessere Rahmenbedingungen für alle und nicht Subventionen für wenige", so Melkus.

Hierzu gehöre die Förderung von Investitionen, wettbewerbsfähigen Energiepreise und der Bürokratierückbau gerade auch bei untergesetzlichen Regelungen. 

Die Welt wandle sich in einem rasanten Tempo. „Die heute führenden Unternehmen im Bereich Künstlicher Intelligenz wurden vor drei oder zwei Jahren gegründet. Die Rohstoffe von morgen sind Daten und Rechenleistung“, so Melkus. Hier dürfe das Land nicht weiter abgehängt werden.

Als Leiter der Delegiertenversammlung fungierte Olav Gutting MdB, der gemeinsam mit seinem Tagungspräsidium, dem Jutta Schuster (CDU Plankstadt), Luisa Rudnik und Monika Steidle (beide CDU Schwetzingen) sowie Madeleine Heidenreich (CDU Ketsch) angehörten, zügig durch das Programm. Ein Grußwort sprach der Landtagsabgeordnete Ansgar Mayr (Wahlkreis Bretten). Reilingens Bürgermeister Stefan Weisbrod schaute, von der Generalversammlung der Reilinger Feuerwehr kommend, am Ende der Veranstaltung vorbei und gratulierte Sturm mit einem Käsekuchen zu seinem herausragendem Wahlergebnis. (Text / Fotos: Matthias Busse)