Mittelstand zwischen Innovationskraft und Bürokratie
Oftersheim. Bei einem Unternehmensbesuch der CDU Oftersheim gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Andreas Sturm (CDU) stand die CILING Decken- und Licht GmbH im Gewerbepark Hardtwald im Mittelpunkt.
Bernhard M. Müller, geschäftsführender Gesellschafter, und Geschäftsführer Denis Müller führten Sturm, Benno Müller, Gabriele Jokisch, Luigi D’Auria und Ralf Kumpf durch Ausstellung und Produktion und gaben Einblicke in die Entwicklung des Oftersheimer Familienunternehmens.
CILING feierte in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Aus einer Idee ist ein Betrieb mit rund 20 Mitarbeitenden geworden, spezialisiert auf Spanndecken, Lichtlösungen, textile Bespannungen, Infrarotheizsysteme und fugenlose Bäder.
Beim Rundgang wurde deutlich, wie eng handwerkliche Präzision, moderne Technik und gestalterischer Anspruch bei CILING zusammenspielen. Neben der positiven Entwicklung kamen auch die Herausforderungen zur Sprache, mit denen mittelständische Unternehmen derzeit zu kämpfen haben.
Steigende Kosten, gerade auch bei den deutschen Lieferanten, ein hoher Bürokratieaufwand und lange Bearbeitungszeiten bei Behörden belasten die Betriebe spürbar. Auch die stark nachgefragte KfW-Förderung für barrierearme Bäder war Thema. Sie ermöglichte einen Zuschuss von zehn Prozent bis zu einer Höhe von maximal 2.500 Euro, war jedoch innerhalb kurzer Zeit ausgeschöpft.
Ausführlich diskutiert wurde zudem die handwerksrechtliche Einordnung der Montage von Spanndecken. Nach Angaben des Unternehmens hat sich die Rechtslage beziehungsweise deren Auslegung in jüngster Zeit erheblich verschärft. Nach Auffassung der Handwerkskammer ist für die Montage inzwischen ein eigener Meistertitel im Raumausstatterhandwerk erforderlich oder ein entsprechend qualifizierter Raumausstattermeister muss im Unternehmen beschäftigt sein.
Für CILING führt dies zu einer aus Sicht der Unternehmensleitung schwer nachvollziehbaren und kuriosen Situation: Das Oftersheimer Familienunternehmen entwickelt und produziert seit Jahrzehnten Spanndeckensysteme und schult unter anderem Raumausstatter eigens in deren fachgerechter Montage. Dennoch erfüllt das Unternehmen selbst die jetzt geforderten formalen Voraussetzungen nicht.
Bernhard M. Müller hat inzwischen eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Diese ist allerdings an ihn persönlich gebunden und gilt nur so lange, wie er selbst im Unternehmen tätig ist. Für die langfristige Unternehmensnachfolge schafft diese Regelung daher keine dauerhafte Lösung.
Grundsätzlich plädiert Denis Müller mit Blick auf die Unternehmensnachfolge für einfachere und praxisnähere Lösungen, damit eine Betriebsübergabe nicht durch zusätzliche formale Hürden erschwert werde. Trotz aller Herausforderungen blickt die Unternehmensleitung zuversichtlich nach vorn.
„Wir waren und sind schon immer kreativ und flexibel. Das Wort `Aufgeben´ gibt es für uns nicht“, betonte Bernhard M. Müller. Andreas Sturm und die Oftersheimer Christdemokraten dankten für den offenen Austausch und betonten, wie wichtig der direkte Dialog mit den Betrieben vor Ort sei.
Sturm zeigte sich beeindruckt von der Innovationskraft des Unternehmens und nahm zahlreiche Anregungen für seine politische Arbeit mit. (Text/Foto: Matthias Busse)