Von Ketsch in die ganze Welt
Ketsch. „Gibt’s Kaffee? Das ist ja eine Überraschung.“ Mit diesem augenzwinkernden Satz sorgte Sabine Salomon von der CDU Ketsch gleich zu Beginn für den ersten Lacher.
Beginnend 2. von links: Andreas Sturm MdL, Prokurist Valentin Uhlmann, Sabine Salomon, Nils Melkus, Rainer Fuchs und Managing Director Michael KörnigGemeinsam mit Salomon und dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Rainer Fuchs besuchte der Landtagsabgeordnete Andreas Sturm die Kaffeerösterei NewCoffee in der Hockenheimer Straße in Ketsch.
Empfangen wurden die Gäste von Managing Director Michael Körnig und Prokurist Valentin Uhlmann, die sich rund drei Stunden Zeit für Präsentation, Rundgang und Gespräche nahmen.
NewCoffee gehört zu 100 Prozent zur ALDI SÜD Gruppe. Die Kaffeetradition reicht bis 1960 zurück. Heute beschäftigt das Unternehmen in Ketsch rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und produziert jährlich etwa 35.000 Tonnen Kaffee für Deutschland, Europa und internationale Märkte. Körnig selbst ist seit 34 Jahren bei ALDI SÜD und seit knapp 30 Jahren für die Kaffeeproduktion verantwortlich tätig.
Beim Rundgang beeindruckten vor allem die weitgehend automatisierten Produktions- und Logistikprozesse. Rösten, Abfüllen, Verpacken und Einlagern greifen ineinander, auch das riesige Hochregallager arbeitet computergesteuert. Bei den Maschinen setzt NewCoffee auf deutsche Hersteller, darunter zahlreiche Unternehmen aus Baden-Württemberg. Kurze Wege und schnell erreichbare Ansprechpartner seien gerade bei möglichen Produktionsstörungen ein wichtiger Faktor.

Nachhaltigkeit schon immer im Fokus
Eine zentrale Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit. „Nachhaltigkeit ist keine Theorie, sondern gelebte Praxis“, sagte Körnig. Bereits seit 2003 nutzt NewCoffee ein Wärmerückgewinnungssystem. Seit 2026 ist zudem eine Photovoltaikanlage mit rund 600 kWp Leistung in Betrieb, deren erzeugter Strom zu mehr als 90 Prozent direkt am Standort genutzt wird. Auch beim Einkauf und bei Verpackungen setzt das Unternehmen auf Nachhaltigkeit.
NewCoffee bezieht ausschließlich Kaffee, der durch unabhängige Dritte zertifiziert ist, unter anderem nach Standards wie 4C, Fairtrade oder Rainforest Alliance. Durch Änderungen an einer Kaffeeverpackung konnten beispielsweise rund 13 Prozent Material eingespart werden. „Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit müssen Hand in Hand gehen“, betonte Körnig.
2,19 Euro je Kilogramm für Röstkaffee gilt auch für Spenden
Diskutiert wurde auch die Kaffeesteuer. Nach Angaben des Unternehmens fällt diese selbst bei Kaffeespenden an gemeinnützige Organisationen an.
Zum Abschluss konnten die Besucher bei einer Verkostung selbst unterschiedliche Kaffees und ihre geschmacklichen Nuancen kennenlernen. Bei NewCoffee übernehmen solche sensorischen Bewertungen unter anderem speziell ausgebildete Q-Grader.
Sturm zeigte sich beeindruckt von der Größe des Standorts, dem hohen Automatisierungsgrad und der Verbindung von regionaler Verwurzelung und internationalem Geschäft. Unternehmen wie NewCoffee zeigten, welche wirtschaftliche Stärke im Rhein-Neckar-Kreis vorhanden sei. Eine erfolgreiche Wirtschaft sichere Arbeitsplätze, ermögliche Innovationen und schaffe zugleich die finanziellen Spielräume für gesellschaftliche Aufgaben. (Text/Foto: Matthias Busse)